Donnerstag, 20. Dezember 2007

"lausige" adventzeit

bei karibischen temperaturen kommt die adventstimmung in uns einfach nicht auf und auch die raren, kitschigen dekorationsversuche der dominikaner versetzen uns nicht in besinnliche stimmung. nicht einmal in den weihnachtsliedern sind ruhe und besinnlichkeit zu finden, denn auch sie werden in merenguerhythmen verpackt. weiters gibt es hier keinen adventkranz oder adventkalender, aber das wussten wir zu aendern. wir haben einen adventkalender, mit suesigkeiten gefuellet, fuer die schwestern gebastelt. diese sind ganz entzueckt von diesem schoenen brauch.

auch den brauch des weihnachstskeksebackens kennt man hier nicht. aus diesem grund haben wir uns entschieden, mit einem teil der canillitas selbige zu machen, was sich aber nicht als allzu einfach herausstellte. zuerst konnten wir, wegen erneutem unwetter (tornamenta olga) und dem damit verbundenen fernbleiben der kinder nicht wie geplant alle einladungen verteilen. weiters kamen alle kinder mindestens eine halbe stunde zu spaet, obwohl auf den einladungen geschrieben stand, dass man bei zuspaetenkommen, nicht kekse packen kann. wir haben insgesamt 60 kinder auf 4 gruppen aufgeteilt und den kindern mitgeteilt, um welche uhrzeit sie kommen koennen, diese information kuemmerte die kinder aber nicht und sie kamen wann sie wollten. einige kinder gaben namen

anderer, eingeladener kinder an, um auch kekse backen zu koennen oder um die schon fertigen eines anderen kindes abzuholen. spaeter liessen einige sogar noch gabeln, die wir zum verzieren der kekse verwendeten, mitgehen oder stahlen anderen kindern, die gerade wegschauten, den teig. beim kekse verteilen mussten wir dann feststellen dass wir fuer 2 kinder keine kekse hatten. wo diese saeckchen verloren gegangen sind, wissen wir bis heute nicht.
trotz all dieser vorfaelle hat es uns viel spass bereitet mit den kindern kekse zu backen, da sie mit viel freude und kreativitaet dabei waren.


unsere adventzeit im schnelldurchlauf:

2 feste zu ehren marias: fuer diese bereiteten wir mit 8 kindern einen marientanz vor. sophie durfte maria spielen, da sie mit ihrem jugendhaften aussehen maria so aehnelte.

1 feste, veranstaltet von schwestern aus kalkuta , bei welchen alles aeltere damen und herren freudig zu traditioneller marengue musik tanzten.

6 weihnachtsfeste:
eines fuer die kinder aus der schule
1 fest mit allen schwestern, um die maedls, die in den ferien nach hause fahren, zu verabschieden.
1 fest fuer alle, die an einem kurs, die hier angeboten werden (kochkurs etc.), teilnehmen
heute gab es ein gemeinsames mittagessen mit allen, die mit den schwestern zusammenarbeiten, oder ihnen helfen. so kamen wir heute in den genuss einen saftigen apfel zuverspeisen, denn aepfel werden hier nur zu weihnachten gegessen.
morgen gibt es ein weihnachtsfest mit einschliessendem essen fuer ca. 120 canillitas. fuer dieses haben wir ein krippenspiel vorbereitet.
und am sonntag findet das letzte fest fuer alle canillitas statt.

fuer ein paar tage kam die generaloberin der dominikanischen republick, puerto ricos und haitis, fuer welche auch diverse presentationen vorbereitet wurden. unser marientanz wurde so zum neuen aufgefuehrt. schon nach wenigen sekunden, fiel ploetzlich der strom aus, doch die maedchen haben unbeirrt und ziemlich cool einfach weiter getanzt und dazu gesungen, soweit sie den text kannten, was uns sehr beeindruckte. wir waren richtig stolz auf sie.





mit einigen kindern haben wir in verschiedenen schulen weihnachtskarten, die die canillitas selbst im zeichenuntericht entworfen haben, verkauft.
mit dem erloes diese geldes wurden die zutaten fuer die weihnachtskekse, geschenek und mehrere weihnachtsessen teils finanziert.

ansonsten wurde noch gewichtelt, ein tanz mit den maedls aus dem heim fuer die schwestern einstudiert und heute vorgefuehrt, verschiedene dinge fuer die verschiedenen feste vorbereitet und diverse massnahmen gegen die laeuse, die sich im moment auf alexs kopf tummeln, ergriffen, leider bis jetzt noch zwecklos. so werden wohl "lausige" weihnachten folgen.....


morgen kommen sophies papa und schwester mit welchen wir die insel erkunden wollen, worauf wir uns schon sehr freuen. aus diesem grund wuenschen wir schon heute allen schoene weihnachten und ein gutes neues jahr.

Freitag, 7. Dezember 2007

barahona die 2te - den bildern folgen worte

da die maedls hier an einer ansteckenden augenentzuendung litten, wurden wir, ganz zu unserer freude, fuer eine woche nach barahona ausgesiedelt. barahona war urspruenglich als unsere destination gedacht, und so konnten wir es kaum erwarten diese 80 000 einwohnerstadt endlich zu besuchen. diese stadt liegt im suedwesten der insel direkt am meer und besitzt einen sehr laendlichen charakter. nur der stadtkern und hauptstrassen sind asphaltiert, ansonsten gibt es schotterstrassen, die von kleinen, einfachen haeusern und tropischen pflanzen jeder art geschmueckt werden. hier strahlen die haeuser in den verschiedensten farben, die, wie man sagt, zu neujahr gewechselt werden. die ganze kueste entlang gibt unterschiedliche, weisse stein- und sandstraende, die meist einsam und verlassen sind. immer wieder fliessen auch fluesse ins meer, die mit ihren niedrigeren temperaturen meist mehr abkuehlung bieten. einen vormittag lang genossen wir die ruhe am naturbelassenen strand, der dem bild des paradisischen karibikstrandes entspricht.
die comunidad der schwestern in barahona aehnelt mit ihren aufgaben sehr unserer hier. der einzig grobe unterschied ist, dass in barahona sowohl maedchen, wie auch buben, im alter von 6 bis 25 jahren in die comunidad kommen koennen.
einen tag lang halfen wir mit lebensmittel und andere sachspenden in einem lager auf vier verschieden doerfer, die von dem unwetter noel sehr stark betroffen waren, aufzuteilen und verlieferten anschliessend einen teil in das erste dorf. dort musste nocheinmal alles geordnet und sortiert werden, um anschiessend alles gleichmaessig fuer einzelne familien des dorfes aufzuteilen.
selbst in barahona liessen uns die lateinamerikanischen rythmen nicht still sitzen und so erhielten wir eine lektion im salsa, marengue und bachata tanzen von einem jungen tanzlehrer. doch auch kamen wir in den genuss mit den schwestern die hueftkreisenden taenze auszuueben. was vorallem mit schwester milagros (bild unten) zu herzzerreisendem lachen fuehrt und fuer uns ein sehr einpraegsames erlebnis ist.
ansonsten halfen wir meist schwester milagros bei sinn anzuzweifelden aufgaben, was teilweise unsere geduld erprobte bzw. uns und, fuer uns unverstaendlicher weise, auch sie immer wieder im lachen ausarten liess. taeglich unternahmen wir diverse ausfluege in die stadt und in die umgebung und wir schaetzten uns glueck auf der ladeflaeche des pickups zu sitzen und uns unsere haare bei 80 km/h ins gesicht peitschen und vom wind verkleben zu lassen. zu uns geselten sich meist jungs aus dem oratorium, die sich wie typische dominikaner verhielten und jede frau auf der strasse mit einem anmachspruch oder "pst" beglueckten. in der dominikaneschen republik ist es nicht ueblich, dass maenner einer frau nachpfeifen, sondern sie versuchen die aufmerksamkeit der frau mit einem penetrant zischenden "pst" auf sich zu lenken.

Montag, 3. Dezember 2007

Barahona