Donnerstag, 20. Dezember 2007

"lausige" adventzeit

bei karibischen temperaturen kommt die adventstimmung in uns einfach nicht auf und auch die raren, kitschigen dekorationsversuche der dominikaner versetzen uns nicht in besinnliche stimmung. nicht einmal in den weihnachtsliedern sind ruhe und besinnlichkeit zu finden, denn auch sie werden in merenguerhythmen verpackt. weiters gibt es hier keinen adventkranz oder adventkalender, aber das wussten wir zu aendern. wir haben einen adventkalender, mit suesigkeiten gefuellet, fuer die schwestern gebastelt. diese sind ganz entzueckt von diesem schoenen brauch.

auch den brauch des weihnachstskeksebackens kennt man hier nicht. aus diesem grund haben wir uns entschieden, mit einem teil der canillitas selbige zu machen, was sich aber nicht als allzu einfach herausstellte. zuerst konnten wir, wegen erneutem unwetter (tornamenta olga) und dem damit verbundenen fernbleiben der kinder nicht wie geplant alle einladungen verteilen. weiters kamen alle kinder mindestens eine halbe stunde zu spaet, obwohl auf den einladungen geschrieben stand, dass man bei zuspaetenkommen, nicht kekse packen kann. wir haben insgesamt 60 kinder auf 4 gruppen aufgeteilt und den kindern mitgeteilt, um welche uhrzeit sie kommen koennen, diese information kuemmerte die kinder aber nicht und sie kamen wann sie wollten. einige kinder gaben namen

anderer, eingeladener kinder an, um auch kekse backen zu koennen oder um die schon fertigen eines anderen kindes abzuholen. spaeter liessen einige sogar noch gabeln, die wir zum verzieren der kekse verwendeten, mitgehen oder stahlen anderen kindern, die gerade wegschauten, den teig. beim kekse verteilen mussten wir dann feststellen dass wir fuer 2 kinder keine kekse hatten. wo diese saeckchen verloren gegangen sind, wissen wir bis heute nicht.
trotz all dieser vorfaelle hat es uns viel spass bereitet mit den kindern kekse zu backen, da sie mit viel freude und kreativitaet dabei waren.


unsere adventzeit im schnelldurchlauf:

2 feste zu ehren marias: fuer diese bereiteten wir mit 8 kindern einen marientanz vor. sophie durfte maria spielen, da sie mit ihrem jugendhaften aussehen maria so aehnelte.

1 feste, veranstaltet von schwestern aus kalkuta , bei welchen alles aeltere damen und herren freudig zu traditioneller marengue musik tanzten.

6 weihnachtsfeste:
eines fuer die kinder aus der schule
1 fest mit allen schwestern, um die maedls, die in den ferien nach hause fahren, zu verabschieden.
1 fest fuer alle, die an einem kurs, die hier angeboten werden (kochkurs etc.), teilnehmen
heute gab es ein gemeinsames mittagessen mit allen, die mit den schwestern zusammenarbeiten, oder ihnen helfen. so kamen wir heute in den genuss einen saftigen apfel zuverspeisen, denn aepfel werden hier nur zu weihnachten gegessen.
morgen gibt es ein weihnachtsfest mit einschliessendem essen fuer ca. 120 canillitas. fuer dieses haben wir ein krippenspiel vorbereitet.
und am sonntag findet das letzte fest fuer alle canillitas statt.

fuer ein paar tage kam die generaloberin der dominikanischen republick, puerto ricos und haitis, fuer welche auch diverse presentationen vorbereitet wurden. unser marientanz wurde so zum neuen aufgefuehrt. schon nach wenigen sekunden, fiel ploetzlich der strom aus, doch die maedchen haben unbeirrt und ziemlich cool einfach weiter getanzt und dazu gesungen, soweit sie den text kannten, was uns sehr beeindruckte. wir waren richtig stolz auf sie.





mit einigen kindern haben wir in verschiedenen schulen weihnachtskarten, die die canillitas selbst im zeichenuntericht entworfen haben, verkauft.
mit dem erloes diese geldes wurden die zutaten fuer die weihnachtskekse, geschenek und mehrere weihnachtsessen teils finanziert.

ansonsten wurde noch gewichtelt, ein tanz mit den maedls aus dem heim fuer die schwestern einstudiert und heute vorgefuehrt, verschiedene dinge fuer die verschiedenen feste vorbereitet und diverse massnahmen gegen die laeuse, die sich im moment auf alexs kopf tummeln, ergriffen, leider bis jetzt noch zwecklos. so werden wohl "lausige" weihnachten folgen.....


morgen kommen sophies papa und schwester mit welchen wir die insel erkunden wollen, worauf wir uns schon sehr freuen. aus diesem grund wuenschen wir schon heute allen schoene weihnachten und ein gutes neues jahr.

Freitag, 7. Dezember 2007

barahona die 2te - den bildern folgen worte

da die maedls hier an einer ansteckenden augenentzuendung litten, wurden wir, ganz zu unserer freude, fuer eine woche nach barahona ausgesiedelt. barahona war urspruenglich als unsere destination gedacht, und so konnten wir es kaum erwarten diese 80 000 einwohnerstadt endlich zu besuchen. diese stadt liegt im suedwesten der insel direkt am meer und besitzt einen sehr laendlichen charakter. nur der stadtkern und hauptstrassen sind asphaltiert, ansonsten gibt es schotterstrassen, die von kleinen, einfachen haeusern und tropischen pflanzen jeder art geschmueckt werden. hier strahlen die haeuser in den verschiedensten farben, die, wie man sagt, zu neujahr gewechselt werden. die ganze kueste entlang gibt unterschiedliche, weisse stein- und sandstraende, die meist einsam und verlassen sind. immer wieder fliessen auch fluesse ins meer, die mit ihren niedrigeren temperaturen meist mehr abkuehlung bieten. einen vormittag lang genossen wir die ruhe am naturbelassenen strand, der dem bild des paradisischen karibikstrandes entspricht.
die comunidad der schwestern in barahona aehnelt mit ihren aufgaben sehr unserer hier. der einzig grobe unterschied ist, dass in barahona sowohl maedchen, wie auch buben, im alter von 6 bis 25 jahren in die comunidad kommen koennen.
einen tag lang halfen wir mit lebensmittel und andere sachspenden in einem lager auf vier verschieden doerfer, die von dem unwetter noel sehr stark betroffen waren, aufzuteilen und verlieferten anschliessend einen teil in das erste dorf. dort musste nocheinmal alles geordnet und sortiert werden, um anschiessend alles gleichmaessig fuer einzelne familien des dorfes aufzuteilen.
selbst in barahona liessen uns die lateinamerikanischen rythmen nicht still sitzen und so erhielten wir eine lektion im salsa, marengue und bachata tanzen von einem jungen tanzlehrer. doch auch kamen wir in den genuss mit den schwestern die hueftkreisenden taenze auszuueben. was vorallem mit schwester milagros (bild unten) zu herzzerreisendem lachen fuehrt und fuer uns ein sehr einpraegsames erlebnis ist.
ansonsten halfen wir meist schwester milagros bei sinn anzuzweifelden aufgaben, was teilweise unsere geduld erprobte bzw. uns und, fuer uns unverstaendlicher weise, auch sie immer wieder im lachen ausarten liess. taeglich unternahmen wir diverse ausfluege in die stadt und in die umgebung und wir schaetzten uns glueck auf der ladeflaeche des pickups zu sitzen und uns unsere haare bei 80 km/h ins gesicht peitschen und vom wind verkleben zu lassen. zu uns geselten sich meist jungs aus dem oratorium, die sich wie typische dominikaner verhielten und jede frau auf der strasse mit einem anmachspruch oder "pst" beglueckten. in der dominikaneschen republik ist es nicht ueblich, dass maenner einer frau nachpfeifen, sondern sie versuchen die aufmerksamkeit der frau mit einem penetrant zischenden "pst" auf sich zu lenken.

Montag, 3. Dezember 2007

Barahona










Freitag, 16. November 2007

flieg taube, flieg



wir geniessen jeden tag hier und schaetzen die mentalitaet und den flair der insel. hier kennt man die stille nicht, kinder rufen,lachen und singen, fahrenede strassenverkaeufer preisen ihre waren an, an jeder strassenecke wird lateinamerikanische musik gespielt und der verkehr kommt auch nie zur ruhe. Auf dieser Insel gibt es vermutlich niemanden der nicht gerne seine hueften zu merengue oder batchata rhythmen schwingen laesst. selbst die kinder ueben sich (zu unserer freude und der schwestern leid) in erotischsten tanzbewegungen zu welchen sie meist selbst singen. auch uns wurden die feurigen taenze schon beigebracht; obwohl die schwester das den maedchen verbietet da diese taenze angeblich dreckig seien. die menschen hier sind sehr freundlich, offen, lachen viel und leben ihre emotionen sehr intensiv aus; sowohl die positiven als auch die negativen. so kommt es auch des oefteren vor, dass sie lauthals und gestikreich diskutieren oder sich beleidigt abwenden. jeodch wirkt es auf uns als wuerde der aerger immer schnell verfliegen. Weiters begruessen uns dominikaner, die wir zum teil noch nie zuvor gesehen haben, als ob wir ihre besten freunde waeren, mit festen umarmungen und kuessen. Nie kommt es vor, dass wir mit den kndern zeit verbringen ohne dass sie unsere haut betatschln, mit unseren haaren spielen, uns umarmen oder uns nach links und rechts gleichzeitig zerren.
von den maennern hier sagt man, dass sie ziemlich von sich selbst ueberzeugt seien. heute wurde uns erklaert, dass es nur sehr selten vorkaemme, dass ein mann nur eine freundin hat, in der regel habe ein mann schon so an die fuenf freundinnen. und auch in der ehe gaebe es noch freundinnen neben der ehefrau. wie viel wares hinter dieser information steckt, wissen wir nicht.

die menschen hier wissen ueber oesterreich so gut wie garnichts. manche erraten noch, dass wir aus Europa stammen und dass es bei uns manchmal kalt ist, aber die meisten verstehen sowieso nicht, dass ein unterschied zwischen oesterrreich und australien besteht. immer wieder werden uns fragen ueber oesterreich gestellt die uns ein schmunseln bereiten:
- "gibt es in oesterreich farbenfrohe kleidung?"
wir tragen naemlich immer nur weis, gruen,schwarz und blau;
- "gibt es bei euch zuhause nur ohrstecker?"
alexandra und ich tragen selbige
- "sind bei euch alle vegetarier?"
- "haben alle in oesterreich glatte haare?"
es ist ganz lustig fuer uns anzusehen, wie schnell vorurteile entstehen bzw. wie schnell man von ein paar eindruecken auf ein ganzes schliesst. auch zeigen uns die maedls immer wieder begeisert objekte, die fuer uns ganz altaeglich sind, wie zum beispiel einen bankomaten oder einen lift. auf uns wirkt es manchmal so, als glaubten sie, dass die dominikanische republik fortschrittlicher sei, als oesterreich.

zu unserer arbeit: unser kurs hat sich wieder geaendert, wir machen jetzt von mo bis fr immer am vormittag einen kurs, in dem wir versuchen einigen kindern die nicht die moeglichkeit haben in die schule zu gehen, lesen und schreiben bei zubringen. im moment sind es noch 6 kinder, aber in der letzten woche kamen taeglich kinder, die behaupteten nicht lesen und schreiben zu koennen, somit muessen wir immer erst herausfinden, ob das der wahrheit entspricht oder sie nur in diesen kurs wollen.


in diesem haus namens "Canillita con Laura Vicuna" wohnen wir (2. tuer von rechts im 1. stock). links von uns befinden sich 2 schlafsaele, bad und studierraum der maedchen, die hier wohnen. rechts von uns sind klassenraeume fuer die canillitas. im erdgeschoss befinden sich weitere klassenraeume, eine kueche mit speiseraum und bueros.


dieser hof wird von dem schwesternhaus, der schule und unserem haus eingeschlossen. hier ist eigentlich immer etwas los, da waehrend der woche und auch am sonntag immer kinder hier sind.




am sonntag veranstalten die schwestern einen Katechismusunterricht, fuer alle kinder, die kommen wollen. schon um 8 uhr in der frueh ist der ganze hof mit kindern gefuellt (ca. 200). dann wird gespielt, getanzt und gesungen. nach der jause fuer alle, beginnt der katechismusunterricht, waehrend welchem die kinder hauptsaechlich singen und sich dazu bewegen. danach gibt es noch fuer kinder, die wollen, eine kindermesse in der, sich in der naehe befindenen, kirche.



es macht auf uns den anschein, als wuerden die dominikaner in ihrer freizeit nichts lieber tun als einkaufen zu gehen, (vom domino spielen vielleicht abgesehen. letzte woche machten wir mit ein paar maedels, die hier wohnen, alleine einen ausflug. nachdem sie sich alle aufgestylt hatten, ein ritual, das die maedels immer vollziehen, bevor sie die comunidad verlassen, gerne auch fuer die messe am sonntag, durften sie entscheiden wohin es geht. nicht lang wurde ueberlegt und schon stand unser ziel fest: megacenter, ein Shoppingcenter. auf der fahrt dorthin lernten wir die sogenannten "carros" kennen. das sind ganz normale autos, die aber meist fixe haltestellen haben und im grunde wie busse verkehren. diese auto sind meist sehr heruntergekommen, aussen fehlt grossflaechig der lack und die karosserie ist ziemlich verpeult und innen fehlt auch mal die verkleidung. von diesen autos werden so viele mitgenommen, wie hineinpassen. wir zb. waren zu 8 im auto fuer 5 personen. 3 stunden lang sind wir im shoppingcenter herumgeschlendert, doch wie uns die maedels erklaert haben, nur zum schauen, da alles dort viel teurer ist als in anderen geschaeften und sie so dort nie zum einkaufen hinfahren. doch auch wenn wir mit einer schwester in einen supermarkt einkaufen gehen, wird meist nur sehr wenig gekauft, sie bummeln einfach gern durch die gaenge und schauen was es alles tolles in den regalen gibt.


dieses foto stammt aus der "mariatheresia strasse" santo domingos, genannt "el conde". hier tummeln sich immer menschen, die etwas in den zahlreichen imbisslokalen essen oder in den, hauptsaechlich fuer touristen gedachten, geschaeften kaufen.




letztes wochenende machten wir einen ausflug zum strand. ein maedchen von hier lud uns ein einen spaziergang mit ihr zu machen- freudig gehen wir hinunter in die eingangshalle, wo uns erklaert wurde, wir sollten in das vor der tuer parkende auto einsteigen. und schon befanden wir uns mitten im familien-wochenend-ausflug einer uns unbekannten familie. nachdem wir dies etwas verwundert festgestellt hatten, wurde uns mitgeteilt dass mit dem spaziergang eine fahrt zum meer gemeint war. wir fuhren auch noch kurz bei ihrer wohnung vorbei, wo uns gleich ein gaestezimmer gezeigt wurde, in dem wir jeder zeit fuer ein paar tage schlafen koennen. den ganzen tag ueber wurden wir mit essen und trinken versorgt.
diese enorme gastfreundlichkeit scheint normal in der dominikanischen republik zu sein. immer wieder laden uns die maedels von hier ein, irgendwann einmal sie fuer ein paar tage zu besuchen und auch fuer morgen sind wir z.b. einem uns unbekannten mann versprochen.



das war der tag an dem wir unseren ersten richtigen ausflug machten. wir besuchten die zona-colonial. dort befindet sich das haus columbus und einige andere bauten so wie z.b. die erste kirche amerikas. ueberhaupt befinden sich in santo domingo viele oeffentliche gebaeude, die hier als erste amerikas erbaut wurden (universitaet, krankenhaus...). nach dem wir einige wirklich sehenswerte gebilde betrachtet hatten, besuchten wir die brueder der schwester die uns begleitete und diese fuehrten uns nach hause. Claris (das maedchen im bilde; sie wohnt auch in unserer Comunidad da sie, wie viele andere maedchen in ihrem alter eine schwester werden will.)wurde bevor sie ins auto einstieg diese plastiktuete in die hand gedrueckt, die sich zu unserem erschrecken bewegte. nach einigen verstaendigungsproblemen erfuhren wir dass sich in diesem plastiksack 2 tauben befinden, die ausgesiedelt wurden. Wir bekammen einen Lachkrampf weil wir die Situation, mit Tauben die sich in einem sackbefinden und im auto durch die gegend kutschiert werden, sehr absurd fanden. Claris verstand nicht warum wir lachten und nahm die situation als ob sie altaeglich waere hin.

Freitag, 9. November 2007

ein tag hat 24 stunden, und eine stunde 60 minuten

wir sind jetzt seit 2 wochen hier in santo domingo und leider ist unser aufgabenbereich immer noch nicht festgelegt. aber nicht nur das ist uns im moment noch unklar, sondern auch vieles anderes. seit wir hier sind wird uns selten erklaert wie etwas funktioniert bzw. was wir machen sollen, ohne, dass wir zuvor gefragt haetten. die schwestern meinen das nicht boese, fuer sie ist nur alles normal und bekannt, so dass sie wahrscheinlich garnicht auf die idee kommen uns zu informieren. so sind wir momentan immer noch fleissig dabei durch staendiges bild uns langsam ein klareres bild von unserer neuen umgebung zu machen.
bevor wir hier her kamen, wussten wir nur, dass wir mit "canillitas" arbeiten sollten. "Canillitas" ist ein begriff fuer kinder, die aus sehr sehr armen familien stammen. angleblich muessen sie auch deshalb auf der strasse bulmen und selbstgemachtes verkaufen. diese kinder koennen entweder am vormittag oder am nachmittag, das haengt davon ab, wann sie in die schule gehen, in unsere comunidad, wo sie verschiedene kurse besuchen koennen ( unter anderem volleyball, theater, tanz, zeichnen, nachhilfe, katechismus - einen genauen ueberblick haben wir selbst noch nicht). immer wenn sie kommen, bekommen sie etwas brot und milch, was den schwestern sehr wichtig ist, da sich manche eltern schwer essen leisten koennen.
diese "canillitas" sahen wir am do, fr, und so nach unserer ankunft und dann leider eine ganze woche nicht mehr, da es wegen dem starken unwetter namens "noel" eine allgemeine empfehlung gab, sein haus nicht mehr zu verlassen. in den nachrichten wurde immer wieder von toten und hunderten vermissten berichtet.
fuer uns bedeutete das unwetter, dass wir gleich am anfang eine woche lang nichts zu tun hatten, und schwer mehr ueber unsere aufgaben hier erfahren konnten.
in dieser zeit schlugen unsere buecher wellen, unser gewand trocknete nicht und stank trotz dreimaligem waschen unaufhoerlich, an strom war nicht zu denken und das wasser ging und kam meist nicht mehr. langeweile, langeweile, die uns mit der zeit in eine passivitaet und lustlosigkeit versetzte, weche wir zuvor noch nicht kannten.
als das unwetter nach ein paar tagen nachliess, fuhren wir zusammen mit einer schwester und ein paar maedls aus dem internat nach "la cienaga", ein stadtteil von santo domingo, der direkt am fluss ozama (der ins karibische meer fliesst) liegt. dort leben viele der "canillitas" in aeusserst aermlichen verhaeltnissen. die meisten haeuser sind nicht groesser als ein kinderzimmer, nach uns gewohnten verhaeltnissen, jedoch wohnt darin eine familie mit meist mindestens vier kindern. im grunde kann man diese haeuser eher als baracken bezeichen, da sich so gut wie alle in einem sehr desolatem zustand befinden. bebaut sind sie aus ziegeln, holz oder wellblech und wie der grossteil der haeuser in der dominikanischen republik sind sie bunt bemald. in einem bildband ueber die dominikanische republik ist nachzulesen, dass politiker vor wahlkaempfen farbeimer in armen regionen verteilen.
als wir mit dem auto durch die strassen fuhren, waren diese gefuellt mit menschen. als die schwester eine frau fragt, was passiert sei, dass der fluss an manchen stellen ueber gegangen war und so einige haeuser und teile der strasse unter wasser stehen. spaeter stoppten wir und die schwester verteilte aus dem auto heraus an einige frauen und maedchen saecke, gefuellt mit brot und getreide. wir befanden uns in einem gewirr aus stimmen und haenden, die nach essen flehten. wir fuehlten uns sehr unwohl.
zurueck in der comunidad erfasste uns neuer tatendrang und wir wollten endlich wissen, was nun unsere aufgaben hier bezueglcih den "canillitas" sind. Doch das konnte uns die dafuer zustaendige Schwester auch nicht sagen. Sie meinte nur, wir sollten uns einmal alles genau anschauen und selbst ueberlegen, wie wir helfen koennen.
Nach der schulfreien woche kamen in dieser woche endlich die kinder wieder.
Wir besuchten verschiedene kurse, in der absicht auch etwas mitzuhelfen, was sich aber als unmoeglich herausstellte, da die kinder eher an un interissiert waren, als an dem, was sie lernen sollten. Da uns die schwester weiterhin keine aufgaben zukommen lies, haben wir das mittlerweile selbst in die hand genommen. So haben wir eine liste mit kursen, die wir halten wollen, geschrieben. Nach einigem draengen und gespraechen mit den lehrern und schwester haben wir jetzt eine kleine gruppe mit 8 kindern, denen wir mit hausaufgaben und ehnlichem wie z.B. mathe und der rechtschreibung helfen. heute hatten wir unsere erste stunde und es lief ueberraschenderweisse sehr gut. 3x die woche werden wir jetz fuer jeweils 3 stunden diesen kurs halten und ab mitte dezember werden die englischstunde eines amerikanischen stundenten der wieder zurueck in die heimat faehrt uebernehmen. Weiters wollen wir einigen kindern die keine papiere und daher keine erlaubnis zum in die schule gehen haben, leesen und schreiben beibringen. Aber leider konnten wir das noch nicht organisieren weil die schwester keine zeit hat um uns die betroffenen kinder vorzustellen. Vielleicht machen wir noch am nachmittag einen zusaetzlichen englischkurs oder einen theaterkurs. Zuerst wollen wir jedoch schauen, ob das mit dem alphabetisierungskurs funktioniert. Auch an einen tanzkurs á la polai haben wir gedacht - vom walzer ("balser" wie die kinder sagen) sind die kinder schon mal ganz begeistert.

Wie es sich mit den kursen entwickelt und was fuer verrueckte, komische, eigenartige sachen hier geschehen, werden wir euch in der naechsten folge von "wir und die dominikanische republik" beschreiben.

Samstag, 3. November 2007

Unsere Adresse

Escuela Madre Mazzarello
para Alexandra Stix/Sophie Schwitzer
Calle Manuela Díez No.76, esquina, Albert Thomas
Santo Domingo
Republica Dominicana

Mittwoch, 31. Oktober 2007

tormenta noel

Fals jemand vom Unwetter Namens Noel, das momentan in der Karibik herrscht, gehoert hat, moechten wir ihn beruhigen, es geht uns gut. Und das Wasser ist von uns weit entfernt.

Montag, 29. Oktober 2007

feliz cumpleaños

lieber matthias wir wuenschen dir alles gute zum geburtstag und ein schoenes 20. lebensjahr, auch wenn du es nicht wahr haben willst, bist du schon so alt.
wir kuessen dich

sei kein frosch

Tor-Gitter-Gitter-tuer-gitter-tuer-gitter-tuer-geschafft-wir sind in unserem zimmer.
am donnerstag um 4.00 ortszeit sind wir nach einem etwas turbulenten flug (sophie hat dies, wie sie es auch schon frueher in solchen situationen pflegte zu tun, verschlafen) in santo domingo angekommen. Seit dem sehen wir jeden tag neue seiten an der dominikanischen republik, welche uns immer wieder ein schmunzeln bereiten, kurz um- uns geht es gut. Wir leben in einem area, das aus einem schwesternhaus (sieben schwestern), einer berufsschule (informatik-, kosmetik-, friseur-, handarbeitskurse und ausbildung zur schneiderin), klassenraeumen fuer strassenkindern und einem gebaeude, in dem 17 schuelerinnen (13-23 Jahre alt) leben. dort haben auch wir ein eigenes zimmer mit bad.
um 7.00 uhr werden wir gewoehnlich von einem stimmteppich lachender kinder geweckt, welcher wenig spaeter von den klaengen der nationalhymne- gesungen von den kindern - abgeloest wird. unsere tage verbringen wir hauptsaechlich damit spanisch zu lernen, mit den kindern und jugendlichen zu reden und ball zu spielen.
wenn wir die spanische sprache besser beherrschen werden wir voraussichtlich mit strassenkindern arbeiten und vielleicht deutsch unterrichten.

abstrusitaeten:
spanisch ist nicht gleich spanisch:
nach ersten verstaendigungsproblemen (wir konnten niemanden verstehen und uns verstand auch niemand) koennen wir mittlerweile auf spanisch ein wenig komunizieren, was ziemlich wichtig ist, da niemand in unserem areal englisch spreechen kann. denoch ist es nicht so leicht das spanisch hier zu verstehen, da die dominikaner ein ganz eigenes (nach grammatikregeln ziemlich falsches) spanisch sprechen. und dies mit einem starken slang (bei ihnen gibt es z.b. keine 2. person plural)
Beispielsweise hatten wir gestern ein lustiges ereignis. wir wurden gefragt, ob wir mit auf einen "marcha" gehen wollen. wie so oft haben wir uns selbst zusammen gereimt, was dies bedeutet, haben fleissig genickt, sind freudig ins auto gesprungen, und haben uns wenig spaeter in mitten tausender gegen abtreibung demonstrierender menschen befunden - wo wir eigentlich nicht hin wollten.
dieses thema war bis sonntag in santo domingo sehr presaent. Inder sprangen mit schildern freundig ueber den schulhof und dabei sangen sie "si a la vida, na al aborto". immer wieder gab es umzuege auf den strassen die am sonntag in einer grossangelegten demonstration, die mit einer messe, gehalten vom kardinal, endete, ihren hoehepunkt fanden. nett zum ansehen waren all die frauen, die plastiksackerln oder badehauben auf dem kopf trugen, um ihre haare vor dem regen zu schuetzen.
im uebrigen haben die dominikaner, die wir bis jetzt kennen, angst vor regen. wir vermuten, dass ihr aufwendig geglaettetes haar durch das wasser wieder kraus wird, was sie vermeiden wollen.
a propos wasser: in unserem haus kommt und geht das wasser, wann es will. in der frueh gibt es prinzipiell in wasser und am nachmittag fliesst es manchmal und manchmal auch nicht. mit der elektrizitaet ist es das selbe, da wasser und elektrizitaet gekoppelt sind. was im grunde kein grosses problem darstellt, wenn man von der zeitweise etwas ueberfuellten toilette absieht. 2 tage lang warteten wir vergeblich auf strom. das ausbleiben des stroms war aber auf das heftige unwetter,das hier momentan herrscht zurueck zufuehren ist (niemand geht in die schule oder zur arbeit).
eine weitere besonderheit ist das autofahren. kein mensch gurtet sich an, was aber bei so ueberfuellten autos (ist von der polizei gestattet) auch garnicht moeglich waere.
das essen betreffend bleibt nur zu sagen, dass es total gut ist. die schwestern und die maedchen die hier wohnen, sind sehr um uns bemueht (fuer unseren geschnack viel zu sehr, da wir staendig gefragt werden, ob wir etwas essen wollen und wenn wir ja sagen, sie uns gelich etwas bringen / bereiten) und kochen so sogar extra vegetarisch, wenn sie fleisch essen. wir bekommen fast immer gekochtes gemuese mit reis oder nudeln. gern stellen sie auch 3 vewrschiedene gerichte auf den tisch und bieten uns zusaetzlich obst oder andere lleinigkeiten an. sorgen um unsere eiweisswerte muessen wir uns auch keine machen, da jeglciher bedarf spaetestens durch die ameisen, die noch munter im ungekochten brei herumlaufen und dann wahrscheinlich mitgekocht werden, gedeckt wird.

sophie und alex

Samstag, 6. Oktober 2007

Der erste Eintrag

Das ist der erste Eintrag. Der erste eben. Inhaltslos. Aber doch nicht leer. bär.