Mittwoch, 18. Juni 2008

letzte momente

Eine unvergessliche , wunderschoene, fuer immer in unseren Herzen wie ein Schatz bewahrte Zeit, geht nun zu Ende.





















Wir gehen nun auf Reisen.
Bis in 2 Monaten

Hasta la vista

Donnerstag, 15. Mai 2008


in haeusern wie diesen wohnen die kinder, mit welchen wir unseren alltag verbringen




ein kolibri (der kleinste vogel der welt) beim nektar saugen

(foto vergroessern sonst seht ihr ihn nicht!)





so schnell vergeht die zeit im moment. uns bleibt hier ca. noch ein gutes monat bevor wir uns auf reisen auf dieser insel und anschliessend in cuba begeben. wann wir genau die komunidad verlassen wissen wir noch nicht, da wir bis zum ferienbeginn der kinder hier bleiben moechten, doch dessen datum ist noch nicht bekannt. in diesem land werden terminliche informationen meist sehr spaet bekannt gegeben, vorgeplant wird in der regel nicht (zu weit). so wird wahrscheinlich ein oder zwei tage vor ende, bekannt gegeben, dass dies die letzte woche vor ferienbeginn ist.



da sind sie sehr gelassen die dominikaner; mit der planung und bekanntgabe von ereignissen, wie auch mit der durchfuehrung. in der regel faengt nichts zur angegebenen zeit an, entweder man muss einige minuten bis stunden warten, oder das programm wird mal schnell ganz geaendert, vorfuehrungen abgesagt oder ausgetauscht. das kann manchmal schon ganz spannend sein...



und auch die fuer das proyekt, in dem wir mitarbeiten, zustaendige schwester haelt woechentlich neue ueberraschungen fuer uns bereit. z.b. teilt sie uns so einen tag vor ihrer abreise mit, dass sie in der naechsten woche nicht da ist, und wir so die verantwortung ueber das projekt haben oder sie bittet uns dann diverse aufgaben zu erfuellen, mit denen wir auch unverzueglich anfangen sollen. so durften wir in den letzten wochen viele, viele t-shirts mit dem canillitaslogo bemalen, jegliche computerarbeiten erledigen und kistenweise kleidung sortieren, fuer einen verkauf vorbereiten und diesen anschliessend durchfuehren; doch leider wurde nur sehr wenig verkauft und so waren wir in dieser woche wieder damit beschaeftigt noch mehr kleidung zu sortieren, um nun den verkauf neu aufzuziehen. und feste gefeiert werden hier wie eh und je immer.



mittlerweile haben wir uns schon ein wenig mit dieser mentaltitaet der informationsuebermittlung (niemals im vorhinein bescheidsagen, und alles fuer die letztet minute aufhalten) abgefunden. so freuen wir uns am wochenende im grunde schon wieder darauf zu erfahren, welch neuen aufgaben die naecshte woche fuer uns bereit haelt.

Montag, 5. Mai 2008









Sonntag, 6. April 2008

haleluja, haleluja


wir beginnen...

  • dominikaner (domini canes) bedeutet "hunde gottes"
  • auf dem wappen der dominikanischen republik steht geschrieben "dios, patria, libertad", darunter befindet sich die aufgeschlagene bibel und ein kreuz
  • unternehmen (z.B. mc donalds) werben mit gott
  • christliche gespraeche werden auf einem christlichen radiokanal " radio maria" uebertragen
  • aus diversen lautsprechern ertoenen christliche lieder, auch im gewohnten marengue bzw. bachata stil
  • die messen sind voll, taeglich, mehrmals
  • graffitis mit gottesbotschaften sind auf waende gesprueht
  • goettliche sticker kleben vielerorts
  • sonnenschutzfolien, die autos und guagua zieren, erzaehlen von gott
  • eingangstueren von haeusern, comedores (dominik. hausmanskost) und colmados (tante emma laden) sind mit zitaten wie "aqui esta dios y milagros" (hier befinden sich gott und milagros) versehen, im inneren werden die waende mit marienbildern dekoriert
  • plakate fordern zum eintritt in eine kongregation auf
  • viele dominikaner tragen rosenkraenze als ketten oder armbaender
  • "wenn gott es so will", "gott bezahlt dich dafuer", "danken wir gott dafuer" - ernstgemeinte redefloskeln, die wir taeglich zu hoeren bekommen
  • immer wieder trifft man auf junge maenner und frauen, die sich fuer ein leben in einer gemeinschaft entschieden haben
  • bei warteschlangen haben geistliche und schwangere vorrang
  • man begegnet geistlichen mit viel respekt
  • jegliche zusammenkuenfte (schule, sport, politik etc. ) nehmen mit einem gebet ihren anfang
- christlicher glaube ist in diesem land omnipresent und populaer



"die heilige woche" (semana santa)

all diese, in unseren augen an fanatismus grenzende, gottesverehrung wurde uns in der osterwoche gepallt praesentiert. tausende jugendliche, verteilt in der ganzen dominikanischen republik feierten im zuge des pascua juvenil das osterfest - wir auch. 3 tage lang wurde diskutiert, gelacht, gefeiert, gesungen, gebetet, gegessen, geflirtet, gerapt...

Das pascua juvenil dauerte von donnerstag bis sonntag wobei jeder tag zu einem bestimmten thema gestaltet wurde - letztes abendmahl, kreuzigung, auferstehung, die mit einem riessigen fest gefeiert wurde. die musik wurde aufgedreht, konfetti herumgeschmissen, getanzt und gesungen. die schwestern und der pfarrer mitten drin. fuer uns eine absolut schraege situation. die leute waren ausser sich und freuten sich wahrhaftig ueber die auferstehung christi. immer wieder zogen sie uns in die menge und animierten uns zum mitmachen- ein breiter smile, war wohl in jedem gesicht vorhanden. und ueber allem lag ein laermteppich, der von der auferstehung christi erzaehlte.



Von unseren Ostertraditionen wollten wir keinen Abstand halten, daher haben wir gemeinsam mit den Kindern ueber 80 Ostereier bemalt.


markt in san christóbal




mit den schwestern beim fast-food essen




der fahrende klodeckelverkaeufer


schwein unter palmen

Freitag, 7. März 2008

Montag, 3. März 2008

vacaciones

4 Wochenenden haben wir jetzt gemeinsams mit Florian (Sophie’s Bruder) verbracht. Ueber unseren ersten Wochenendausflug nach Samana haben wir schon berichtet.
Heute wollen wir ueber die anderen drei ereignisreichen Wochenenden schreiben.

Caberete:
Vom 15.2.08 bis 18.2.08 besuchten wir Flo in Caberete, wo er eine knappe Woche zum Windsurfen verweilte. Caberete ist ein sehr beruemter Surfspot im Norden der Insel, der sowohl von Kite-,Windsurfern und Wellenreitern aufgesucht wird, als auch von massenhaft Sonnenanbetern, die sich bei einem angenehmen Lueftlein braten lassen. In Caberete kann man einen typischen dominikanischen klischee Urlaub verbringen: ein weisser, breiter Sandstrand wird von Bars und Restaurantes gesaeumt, in denen franzoesische und italienische Speisen zubereitet werden. Caberete ist eines der groesten Touristenzentren der Insel. Wir beide staunten wiedereinmal was fuer ein verfaelschtes Bild die Touristen hier von der dominikanischen Republik erhalten.



Florian hielt an diesem Ort das Surfen. Und wie man im Foto sieht war er nicht der einzige der die Nachmittage vom Wind getragen auf dem Meer genoss.



Wir beide konnten uns nicht vorstellen das ganze Wochenende in Caberete zu verbringen. Deshalb machten wir einen Tagesausflug nach Rio San Juan, einem typisch dominikanischen Ort der von Touristen noch beinahe unentdeckt scheint. Dort machten wir eine wunderschoene Bootsfahrt durch einen von Voegeln bevoelkerten Mangrovenwald. Dann fuhren wir mit dem Boot weiter hinaus aufs offene Meer, bis wir zu einer Hoele kamen, in die wir hineinfuhren. Zum Schluss legten wir an einem einsamen, kleinen, idylischen Sandstrand an - zumindest war so unser erster eindruck. schon nach wenigen minuten kamen unzaehlige dominikaner, die, ganz der dominikanischen manier entsprechend, ihren sonntag am strand ausgelassen verbrachten. kochtoepfe gefuellt mit essen wurden heran geschleppt, zur erfrischung gabs bier und die kinder plantschten vergnuegt im wasser.
(der Mangrovenwald)























Flo springt aus dem Boot in das sogenannte "Naturschwimmbecken" - Das Meer ist hier nur 3 Meter tief und weisser Sand bedeckt den Meeresboden, aus diesem Grund strahlt das Meereswasser wie das Blau in einem Schwimmbecken.







Die restliche Zeit verbrachten wir in Caberete am Strand. Wir genossen das Meer, machten Strandspaziergaenge, bewunderten unseren Surfgott, schluerften Cocktails oder schimpften (Sophie) ueber den Sand der immer und ueberall war.



In der darauf folgenden Woche genossen wir ein verlaengertes Wochenede (22.2.08 bis 27.2.08) mit Florian in:

Jarabacoa:
Am Freitag trafen wir uns mit Flo in Jarabacoa. Am selben Abend noch entschieden wir uns zu einem Konzert einer beruehmten dominikanischen Baend (Omega) zu fahren. Mit dem Taxi fuhren wir zur Disco. Nachdem wir dem Taxifahrer mitteilten, wo wir hinfahren und im sagten, dass uns laute Musik gut gefaellt, drehte er die Boxen so laut auf, dass wir das Herz beben spuerten. Alex schaute verstoert. Flo hielt sich verzweifelt die Ohren zu und Sophie konnte nichtmehr aufhoeren zu lachen.
Die Disco lag wunderschoen. sie lag ueber einem Fluss und ueber Stiegen und Terassen konnte man zum Fluss hinabsteigen. Ereichbar war die Disco nur ueber eine schmale wackelige Haengebruecke, ueber die aber auch Motoraeder fuhren.


Vom Konzert sahen wir nichts. da es um 24.00 hies, dass die Baend noch immer nicht eingetroffen sei und wir froren (Jarabacoa ist einer der kaeltesten Orte der D. R.) und muede waren, beschlossen wir wieder hinab in die Stadt zu fahren. Das stellten wir uns einfacher vor, als es war. Kein Taxi keine Motorconchos, die es sonst immer und ueberall gibt und auch sonst kein Mensch der hinunter nach Jarabacoa fahren wollte. Uns wurde erklaert, wir seien verruckt uns das Konzert nicht anzuschauen. Irgendwann hatten wir es dann geschafft, zwei ca.14jaehrige Burschen fuehrten uns mit dem Motorad zurueck. Wir baten sie darum langsam zu fahren und so zugelten wir mit 20km/h dahin. kalt!


Am naechsten Tag spazierten wir zu zwei Wasserfaellen in einem der beiden badeten wir auch. Anfangs war es eine Ueberwindung in das eiskalte Wasser hineinzugehen doch dann fuerten wir drei uns auf wie kleine Kinder. Wir trauten uns immer naeher und naeher an den tosenden Wasserfall heran waren begeistert von den Regenboegen und genossen das Wasser.

















La Vega:
Den Sonntag verbrachten wir in la Vega, um dem angeblich schoensten und farbenfrohsten Karneval in der Dominikanischen Republik beizuwohnen. (es gabt aber nur Teufel, die waren allerdings wirklich farbenfroh gestaltet). Von Einheimischen wurden uns furchteinfloesende Geschichten ueber den Karneval erzaehlt: Die Teufel wuerden angeblich mit harten Gummibaellen auf die Menschen einschlagen und verschonten nur diejenigen, die keine Suenden haetten - niemanden". Angeblich kommt man von diesem Karneval mit Bluterguessen und blauen Flecken zurueck. In la Vega angekommen stellte sich bei Sophie so langsam die Angst ein. Beim Kinderkarneval schon traute sie sich nicht in die naehe der Teufel und spaeter gingen wir dann in das Stadtgebiet, wo der grosse Umzug stattfinden sollte ... Sophies Nervositaet stieg .... ueberall gab es so genannte "Hoelen" und wir reimten uns zusammen, dass die Teufel aus diesen herausstuermen werden.

- "Aus meiner (Sophies) Nervositaet wurde Angst - aus Angst wurde Panik - die Traenen traten mir schon fast in die Augen und irgendwann nahm ich reis aus. Flo und Alex mir hinterher. Nach ewigen Ueberzeugungsversuchen mich zum umdrehen zu bringen begleiteten sie mich dann doch ins Hotel. Dort schaute ich mir dann die live Uebertragung im Fernsehen an und sie zwei kehrten zum Carneval zurueck."


Mit diesem schwarzen Schlagknueppel schlagen die Teufel die Schaulustigen. Wir wurden jedoch nur von unmaskierten Besuchern versohlt.




Mitches:

Eine lange Reise namen wir auf uns, um den liebevoll beschriebenen Ort Miches mit seinem kilometerlangen weisen Sandstrand zu besuchen. Guagua-Bus-Schiff-Boot-Privatauto-Guagua und nach einer achtstuendigen Reise voller neuer Eindruecke kamen wir dann an. Flo genoss seinen letzten Tag am Meer und am Abend wohnten wir wieder einem Konzert bei. Ueberraschender Weise macht das sonst so tanzfreudige und heitere dominikanische Volk keine Anstalten waerend einem Konzert die Hueften zu bewegen zu aplaudiern oder zu jubeln.

Dienstag, 12. Februar 2008

so schauts aus

die zeit vergeht und mittlerweile koennen wir fast schon von einem alltag sprechen. von anfang an wurden uns nie aufgaben zugeteilt, worueber wir im grunde sehr froh sind, da wir so (mehr oder weniger) das mit den kindern machen koennen, was uns spass macht und sinnvoll erscheint. immer wieder sprachen wir mit den schwestern ueber verschiedene kursideen und ueber deren umsetzung. nachdem wirt meist als antwort bekommen, "ja gut, macht das nur....",
begaben wir uns auf die suche nach kindern fuer unsere kurse.
als erstes realisierten wir einen kurs fuer kinder die nicht bzw. nur mit grossen schwierigkeiten lesen und schreiben koennen. aus den 7 kindern, mit welchen wir den kurs begannen, sind mittlerweile ueber 20 geworden. diesen kurs halten wir von dienstag bis freitag jeweils am vormittag. am montag laden wir immer nur ein paar kinder zum kurs ein, die noch groessere schwierigkeiten als die anderen haben, um mit ihnen den stoff nachzuholen.
wir wollen euch ein paar unserer kinder vorstellen.
da gibt es zum beispiel mabel (1. foto links Rosa, rechts Mabel), ein maedchen das ein
wahnsinns gedaechtnis hat. sobald man einmal ein wort mit ihr gelesen hat, erkennt sie noch wochen spaeter nur an der form und konstellation der buchstaben, um welches wort es sich handelt, ohne es lesen zu muessen. und im memoryspielen schlaegt sie uns sowieso immer, und das mit 10 jahren. und zur verabschiedung kuesst sie unsere haelse, als wolle sie eine zitrone aussaugen.



mit carina maite (2.foto) ist es immer wieder eine besondere freude zu lesen. sie hat die angewohnheit alle silben aprupt von einander getrennt lauthals herauszupressen, was einen, wenn man darauf nicht gefasst ist, immer wieder etwas hochschrecken laesst. ihre leseart ist wohl
einem militaerstrill nicht ungleich.


yanira (3. foto), ein maedchen mit wahnsinnig sonnigen gemuet, ist zwar eine der kleinsten, weiss sich aber stets zu behaupten. sollte sie sich trotzdem mal zu unrecht behandelt fuehlen, wird die grosse schwester zu hilfe geholt. immer wenn sie es schafft von allein etwas zu lesen, und mag es nur eine silbe sein, strahlt sie ueber das ganze gesicht, und drueckt ihre freude mit einem zufriedenen hin und her schwingen aus.


so haben alle kinder ihre fasetten, die uns erfreuen aber auch immer wieder auf verschiedenste weise fordern. nicht immer ist es leicht die kinder zu baehndigen oder mit immer wieder neuen argumenten sie davon zu ueberzeugen, dass es wichtig ist mitzumachen. jedoch gibt es auch keinen vormittag, an welchen sie uns nicht zum lachen bringen. wir haben die kinder wirklich schon sehr ins herz geschlossen.

am dienstag nachmittag halten wir seit ein paar wochen einen kurs, in dem wir verschiedene aktivitaeten machen: spielen, singen, tanzen, ein wenig theater und sport.
und am mittwochnachmittag lernen wir mit kindern englisch. die englischbildung in der schule ist hier wahnsinnig schlecht, oft koennen die kinder mit 14- 15- jahren noch nicht einmal die verbformen von "to be". auch in unserem kurs sind kinder im alter von 8 bis 17 jahren, von welchen die meisten nicht "hello, my name is......" zu sagen wussten. doch schoen gemaechlich lernen sie das ein oder andere auf englisch. fuer uns ist der kurs eine wahre entspannung, da die kinder total ruhig und teils auch wissbegierig den kurs verfolgen. eine solche ruhe sind wir ansonsten von den kindern nicht gewohnt.

am donnerstag nachmittag wollen wir zukuenftig immer verschiedene kinder in ihrem zuhause besuchen, mit ihnen reden, spielen, und uns ihre umgebung zeigen lassen. bis jetzt waren wir erst bei ein, zwei kindern daheim, doch immer wenn wir kinder fragen, ob wir einmal mit ihnen mit nachhause gehen koennen, freuen sie sich total, und wuerden am liebsten gleich mit uns los ziehen.

am sonntagvormittag koennen alle canillitas und andere kinder aus der nachbarschaft zum spielen und zum katechismusunterricht mit anschliessender messe kommen. auch wir haben seit kurzem eine kleine katechismusgruppe. katechismusunterricht zugeben konnten wir uns nie vorstellen, da wir selbst keine verbindung dazu haben. so laeuft unser unterricht vielleicht etwas anderst als ueblich ab. aber immerhin gibt es buecher, die wir zur hilfe ziehen koennen bzw. sind wir auch eingeladen worden an einem kurs, der zum katechismuslehrer ausbildet, teilzunehmen, der woechentlich stattfindet.

wenn wir freizeit haben fahren wir meist ins stadtinnere, schlendern die gassen entlang, besichtigen monumente oder museen, unterhalten uns mit freundlichen dominikanern oder schauen einfach dem treiben der stadt zu. ab und zu unternehmen wir auch ausfluege mit leuten, die wir hier kennengelernt haben.
das, was wir hier machen, machen wir wirklich gern und im moment sind wir sehr froh darueber, dass wir noch nicht sobald von dieser insel abschied nehmen muessen. so viel gibt es hier, das wir ins herz geschlossen haben und uns freude bereitet, so viel, das wir noch entdecken wollen.

Montag, 11. Februar 2008

wale-watching

am montag, den 4.2. kam florian, sophies bruder nach einigen anreiseschwierigkeiten in santo domingo an. nachdem er zusammen mit sophie einige tage lang an dem farbenfrohen und lauten treiben der stadt teilnahm, besuchte er unsere comunidad. schon in den letzten tagen, war flo das gespraechsthema nummer eins unter den maedchen, und so kann man sich vorstellen, wie freudig sie ihn empfingen. die kinder stuermten auf ihn zu, redeten auf ihn ein (er verstand nichts), und beschlossen dann, fuer ihn zu tanzen und zu singen. wir selbst hatten die kinder noch nie so aufgedreht erlebt und flo kam sich wahrscheinlich vor, wie in einem affenzirkus und lachte, lachte und lachte, wir im uebrigen auch.

dieses wochenende waren wir gemeinsam mit flo und einer freundin von ihm, antonia, die einige tage spaeter ankam, in samana, um wale zu beobachten. jedes jahr im fruehjahr kommen mehrere hundert buckelwale in die warme bucht von samana, um sich dort zu paaren. nach umfangreichen preisverhandlungen mit einem charmaneten mann, der schlussendlich, trotz seines wissens von den truegerischen ueberzeugunskuensten einer frau, wie er uns immer wieder erklaerte, sophies argumentation nachgab (ihr verfuehrerisches laechlen zeigte wahrscheinlich auch seine wirkung), sitzen wir im guagua. ziel: st. barbara de samana, von wo aus wir mit dem boot aufs meer hinaus fahren. der guagua haelt, blaue tabletten werden gekauft und uns gereicht. man moege einer moeglichen seeunvertraeglichkeit vorbeugen, wird uns erklaert. mit stirnrunzeln werden die tabletten verweigernt weitergereicht, man ist ueberzeugt von seiner magenstabilitaet (vorerst noch...). es wird gelacht und witze gerissen. in st. barbara angekommen besteigen wir den kleinen katamaran, in dem uns gleich schwimmwesten und uebergrosse, neongelbe regenmaentel gereicht werden. erneute verwundern macht sich bei uns breit, da wir keinen zweck in diesen massnahmen sehen, trotzdem ziehen wir uns die maentel an. wir fahren los;
mit einigen stundenkilometern brettert das boot ueber die wellen, wasser spritzt uns von allen seiten in grossen mengen ins gesicht, immer wieder stoesst das boot mit dem bug ins wasser, nachdem es eine grosse welle passierte, und auch wir huepfen unweigerlich auf unseren sitzen auf und ab, nach links und rechts; der ein oder andere wuenscht sich wohl, er haette die tablette doch geschluckt; ein mann uebergibt sich ins meer- lautes lachen seitens seiner freunde. wir sind mittlerweile von oben bis unten nass, trotz unseres staetigen versuches uns mit den maentel so grossflaechig wie nur moeglich abzudecken, was sich aber durch das staendige auf und ab des bootes als unmoeglich erweist. erneut klatscht uns wasser ins gesicht, die augen brennen; sophie fuehlt sich wie auf einer achterbahn - nur schlimmer, meint sie. in dieser situation hilft nur noch lachen. und der arme mann uebergibt sich erneut.

nach ein paar minuten (die uns aber wie eine ewigkeit vorkamen) sind wir weit genug vom ufer entfernt, das boot verlangsamt und wir halten ausschau nach den walen. man sichtet luft, die von einem wal ausgestossen wurde, und das boot fetzt wieder los richtung wal.
alle, die zuvor noch standen, sitzen wieder- ohne sich selbst gesetzt zu haben. doch der wal ist wohl schon weiter bzw. untergetaucht, so wird wieder ausschau gehalten. neue position eines wals gesichtet, das boot faehrt. so fahren wir kreuz und quer ueber das meer. antonia belaechelt den mann, der sich schon wieder uebergibt, flo friert, alex fuehlt sich fast schon wie eine walfaengerin und sophie sucht weiter nach seltenen anzeichen von walen.
und dann endlich ist es so weit
- cuba libre wird verteilt, und wir wundern uns erneut; unser magen wurde durchgeschuettelt, wie der inhalt eines cocktailshakers, und alkohol scheint uns bei uebelkeit nicht als alzu foerderlich, doch in dieser situation ist an vernunft nicht mehr zu denken, und wir stossen an. neuer wal gesichtet, das boot beschleunigt, und der mann mit der rumflasche in der hand wird auf einen sitz zurueck geworfen, wie auch alle uebrigen passagiere, die mit muehe versuchen ihre becher auszubalancieren.
nach langer irrfahrt auf dem meer haben wir tatsaechlich noch wale aus unmittelbarer naehe gesehen. mit freudig strahlenden augen sahen alle gebannt auf die ruhigen bewegungen der wale, bis zuletzt die schwanzflosse sanft ins wasser tauchte.

Freitag, 11. Januar 2008

die dominikanische republik

Wir wollen euch ein wenig von dem Land hier erzaehlen. Wenn man an die Dominikanische Republik denkt, denkt man meist an glasklares Meer, viel Sonne und endlose, weisssandige Straende, die mit Palmen, unter welchen man Cocktails schluerfend und Merenguemusik lauschend sitzt, geziert werden, vor. Verbringt man, wie die meisten Touristen hier seinen Urlaub in einem all-inklusive-Club mag dieses Klischeebild auch aufrechterhalten bleiben.
Begibt man sich jedoch selbststaendig auf Reisen, zeigt sich eine andere Seite der karibischen Insel.
Die Dominikanische Republik ist ein Entwicklungsland.


Lasst uns auf Erkundungstour in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik gehen. Wir verlassen die Comunidad und begeben uns Richtung "Calle Duarte". Wir schlendern die Strasse entlang - ueberall lauern Touristenfallen: offene Kanale - Muell - aufgerissener Asphalt - Stromverkabelungen - tiefhaengende Aeste oder Luftwurzeln - Steine -Drecklacken; Konzentration ist gefordert. Weiters sind die Strassen hier sehr belebt. Neben Fussgaengern findet man an beinahe jeder Strassenecke einen Strassenverkaeufer. Dominikaner sitzen mit Plastikstuehlen auf dem Gehsteig, unterhalten sich, spielen Domino und hoeren dabei meist lautdroehnende Musik.


Ein Blick nach rechts und links; es zeigen sich die Wohnhaeuser der Dominikaner. Eng aneinander gereiht, teils ohne Abstand zum Nachbarhaus, saeumen die Haeuser die Strasse. Der Grossteil der Dominiknaer ist arm, was sich in ihren Haeusern widerspiegelt. Die hauptsaechlich einstoeckigen Huetten werden aus Holz und Wellblech zusammen genagelt oder werden gemauert. Das aeussere Erscheinungsbild kann man in der Regel wie folgt beschreiben: die Mauer broeckelt, die Farbe splittert, zwischen den Holzbrettern gibt es Klussen und es scheint, als waeren die Haeuser von einem Schmutz- beziehungsweise einem Staubfilm umgeben. Im inneren gibt es meist Beton oder Gummifussboeden, vereinzelt wurde auch nur die Erde festgedrueckt. Die Huetten werden von Waenden unterteilt, diese ragen jedoch nicht bis zur Decke. Sie dienen lediglich als Sichtschutz; Privatsphaere nach unseren Vorstellungen gibt es somit nicht. Fenster sind rar, beziehungsweise mit Holzdielen verschlossen; im Inneren ist es deshalb meist dunkel und es riecht modrig. Moebelinventar gibt es wenig, doch ein Schaukelstuhl und ein Fernseher fehlen fast nie. Wohnhaeuser so wie wir sie kennen besitzen hier nur die Reichen.

Wir fuehren unseren Spaziergang fort und gelangen bald in die "Calle Duarte". Diese Einkaufsstrasse erstreckt sich ueber mehrere Kilometer. Die Gehsteige sind gefuellt mit Menschen und Verkaufsstaenden. Vor den Laeden stehen Angestellte, die lauthals ihre Ware anpreisen und auf der Strasse herrscht immer ein Verkehrschaos. Die Laermkulisse ist atemberaubend.
Die Kopfschmerzen haben sich eingestellt, so winken wir schnell einen vorbeifahrenden Guagua (Kleinbus) herbei. Dieser haelt, wir steigen ein und das Spektakel geht weiter: In jedem Guagua gibt es neben dem Chauffeur auch einen Cobrador (zu deutsch Kassierer). Seine Aufgabe ist es das Geld (laepische 30 Cent) einzusammeln und moeglichst viele Menschen dazu zu motivieren sich zu den anderen Fahrgaesten in den Bus zu quetschen. Dazu springt er aus dem fahrenden Bus, ruft seine Fahrtrichtung laut aus und signalisiert den Menschen, dass sie einsteigen sollen. Er scheint Erfolg zu haben, denn auf uns wirkt es oft so, als wuerden Menschen einsteigen, die eigentlich nicht beabsichtigten mit dem "Bus" zu fahren.
Neben den Guaguas gibt es noch 3 weitere oeffentliche Verkehrsmittel; Carros (wie Guaguas mit vorgegebener Route und ohne fixe Haltestellen, jedoch sind es Autos und fuer mehr Geld weichen sie von ihrer Route ab), Motorconchos (Motorraeder die gleich wie Taxis gehandhabt werden) und Taxis.
Allen vieren gemeinsam ist, dass jeder, der irgendwie Platz findet, mitfahren kann. Die Verkehrsmittel fuegen sich mit ihrem desolaten Aussehen perfekt in das Strassenbild ein. Problem ein oeffentliches Verkehrsmittel zu finden hat man nie, vermutlich da die meisten Dominikaner sie benuetzen und sie so zahlreich und ueberall vorhanden sind.


Unser naechstes Ziel ist der Markt von Santo Domingo. Hier kann man Gemuese, Obst, Gewuerze, lebende Tiere und Fleisch kaufen. Weiters gibt es viele Shops, die hauptsaechlich Souveniers anbieten.
Die Arbeitsmoral der Dominkaner ist fuer uns undurchschaubar. Einerseits arbeiten sie mit einer Langsamkeit und Gelassenheit, die Desinteresse nicht uneaehnlich ist und uns zwei manchmal in den Wahnsinn treibt, andererseits sind einige von ihnen wahnsinnig geschaeftstuechtig und versuchen mit Charme und Ueberredungskunst ihre Produkte an den Mann zu bringen. Ueber den Arbeitsmarkt wissen wir nur wenig Bescheid. Verschiedene Personen erzaehlten uns, dass die meisten Dominikaner vom Verkauf leben, sei es auf der Strasse oder in einem Colmado (Tante-Emma-Laden). Daraus ergibt sich, dass viele Dominkaner selbststaendig sind und so keine gesicherte Pensionsvorsorge haben. Wie in den meisten Entwicklungslaendern sehen die Erwachsenen in ihren Kindern ihre Pensionsvorsorge. In der Unterschicht ist es daher nicht ungewoehnlich ca. 8 Kinder zu haben.
Weiters bieten verschiedene auslaendische Firmen, die sich in den Freihandelszonen niederliessen, um von dem sehr geringen Lohnniveau zu profitieren, weitere Arbeitsplaetze. Laut Aussage diverser Dominikaner verdient ein Angestellter bei einer 40 Stunden Woche durchschnittlich 100-150 Euro monatlich.
Natuerlich kann man diesen Lohn nicht direkt in Relation mit Loehnen in Oesterreich setzen, da die Lebenserhaltungskosten in der Dominikanischen Republik niedriger sind, jedoch nicht um das 10-Fache.

Zum Vergleich:
1/2 Liter Flasche Wasser kostet 20 Cent
1 Ei kostet 6 Cent
1 frisch gepresster Orangensaft kostet 40 Cent
1 Hotelzimmer fuer 4 Personen (Pool, in Meeresnaehe) kostet 30 Euro/Nacht
1 Schokoriegel kostet 10 Cent
1 dreistuendige Busfahrt kostet 5 Euro
1 T-shirt kostet 2 Euro aufwaerts

Gedanklich gehen wir wieder zurueck zum Markt und betrachten den Metzgerstand. Bei angenehm warmen Temperaturen darf das Fleisch stundenlang auf dem Holztisch liegen und sich ueber die Fliegen und andere Insekten, die es zeitweise bevoelkern, erfreuen. Das tote Schwein grinst und streckt alle Viere von sich. Unter den Verkaufstischen befinden sich Kaefige mit lebendigen Huehnern. Wenn man eine Henne kauft wird das quickend, flatternde Tier an den Fuessen zusammengebunden und dem Kaeufer ueber die Schulter geworfen. Die hygienischen Bedingungen dieser Metzgerei sind kein Einzelfall. Wegen der grossen Stromprobleme dieses Landes wird die Stromzufuhr fuer Kuehlschraenke und Tiefkuehltruhen vieler Orts regelmaessig unterbrochen. Ein staendiges Auftauen und Einfrieren ist die Folge, was die Entstehung von Bakterien massiv foerdert.

Fuer heute haben wir genug gesehen. Es ist 18.00 Uhr, in einer halben Stunde ist es dunkel. Wir winken einen Guagua herbei und fahren Richtung Comunidad. Auf dem Weg passieren wir den Wohnssitz des Praesidenten. So faellt uns noch eine Anekdote ein: Die europaeische Union spendete vor einigen Jahren Gelder, mit welchen die Errichtung einiger Sportplaetze finanziert werden sollte. Noch vor der Fertigstellung der Sportanlagen kam es zu einem Praesidentenwechsel. Mit dem Abgang des Praesidenten verschwand auch das Geld. Anstelle von Fussball- und Basketballspielern befinden sich heute grasende Schafe und Ziegen auf den halbfertigen Sportplaetzen. [Diese Information haben wir von einem schweizer Fachexperten fuer Tourismus, der seit einigen Jahren in der Dominikanische Republik lebt.]

Die Schwestern sind gluecklich, dass wir vor Einbruch der Dunkelheit in der Comunidad eingetroffen sind und, dass es uns gut geht. Hinter uns werden die Gitter geschlossen und die Tueren versperrt. Wenn man bedenkt, dass man, um in unser Zimmer zu gelangen, sieben Tueren bzw. Gitter aufsperren muss, kommen uns die Sicherheitsvorkehrungen der Schwestern sehr uebertrieben vor. In der Dominikanischen Republik ist es jedoch normal, sich in seinem Haus, wie in einem Gefaengnis einzusperren. Selbst die einfachsten Betonbauten haben Gitter vor Fenster und Tueren und auch die Holzbaracken der Aermsten sind teilweise von einem Stacheldrahtzaun umgeben. Die Angst der Dominikaner vor Ueberfaellen oder anderen kriminellen Ausschreitungen ist allgegenwaertig. Wenn wir die Comunidad verlassen, werden wir darauf hingewiesen, jeglichen Schmuck abzulegen und vorsichtig zu sein. Immer wieder wird uns empfohlen, mit dem Taxi zu fahren, wenn wir auf der Strasse nach dem Weg fragen, mit der Begruendung, es sei zu gefaehrlich, zu Fuss zu gehen; vorallem fuer uns Weisshaeutigen. Wie hoch die Krimalitaet wirklich ist, koennen wir schwer einschaetzen. Wir fuehlen uns sicher.

Wir gehen ueber den grossen aspaltierten Platz, der sich in der Mitte der Comunidad befindet und treffen auf ein paar Schuellerinnen der Abendschule, die, wie es in der ganzen Dominikaneschen Republik gehandhabt wird, Schuluniformen tragen. Die Schule betreffend ist zu sagen, dass es viel zu viele schulpflichtige Kinder, im Verhaeltnis zur Anzahl der Schulen, gibt. Man versucht dieses Problem dahingehend zu loesen, indem man drei mal taeglich verschiedene Kinder unterrichtet. In der Regel gehen die juengeren Kinder am Vormittag oder am Nachmittag in die Schule. Am Abend kommen die Aelteren, die meist unter Tags arbeiten. Das Bildungsniveau ist in vielen Teilen des Landes schlecht. Oft koennen die Kinder nach drei Jahren Schule noch nicht bzw. sehr lueckenhaft lesen und schreiben. Und auch wenn man in verschiedenen Restaurants oder Geschaeften zahlen moechte, faellt einem auf, welche Schwierigkeiten die Verkaeufer oft bei den einfachsten Additionen haben.

Kurz darauf betreten wir unser Zimmer. Wir eilen auf die Toilette und muessen genervt feststellen, dass die Spuelung nicht funktioniert. Wir fuehlen uns dreckig und verschwitzt und wuenschen uns nichts sehnlicher als eine Dusche. Den ganzen Abend lang warten wir auf Wasser, aber es ist hoffnungslos. Leider ist es keine Seltenheit, dass die Wasserleitungen leer sind. Warum und ob das in jedem Haushalt hier so ist, wissen wir nicht.

Hungrig gehen wir in den Speisesaal. Wie gewoehnlich gibt es Reis, Kochbananen und Fleisch - Gewuerze werden kaum verwendet. Wir sind gerade dabei unsere ersten Bisse zu machen, ploetzlich ist es dunkel. Stromausfall - keine Seltenheit in der Dominikanischen Republik. Dieses Land hat massive Stromprobleme, taeglich faellt vieler Orts fuer mehrere Stunden der Strom aus. Wer keinen Notstromgenerator hat, was sich nur wohlhabende Familien leisten koennen, sitzt im Dunkeln. Sogar in oeffentlichen Institutionen, wie z.B. dem National Aquarium oder dem Faro a Colon, dem groessten und bedeutensten Monument der Republik, kommt es zu Stromausfaellen. Frueher erhellten am Wochenende (20.00- 22.00 Uhr) Laserstrahlen aus 146 Scheinwerfern, die am Faro a Colon angebracht sind, den Himmel in Form eines Kreuzes - ein Stromverbrauch sondersgleichen.

Nach dem Abendessen a la "Dialog im Dunklen" tappen wir in unser Zimmer und fallen erschoepft von den vielen Eindruecken ins Bett.

Wir hoffen ihr habt jetzt ein realitaetsnaeheres Bild der Dominikanischen Republik. Hier sieht es oft paradiesisch aus und totzdem ist es nicht zu uebersehen das die Dominkanische Republik ein Entwicklungsland ist.