Wir 4 (Alex, Sophie, Ulla, Herbert) sind nun schon wochen unterwegs und wollen morgen von Pedernales, es liegt an der Grenze zu Haiti zurueck nach santo domingo und dann nach la romanan, ca. 8 st. bussfahrt. ein bus (guagua) das einzig oeffentliche verkehrsmittel hat 26 gezaehlte normale sitzplaetze und jeder von uns wollte einen davon ergattern, deshalb entschlossen wir uns am sonntag um 6.00 zu starten. auf dem weg zur bushaltestelle war es noch stockdunkel (der tag beginnt hier um 6.00 und endet um 18.00 - das ganze jahr). um 5.40 waren wir bei der haltestelle, der bus war aber schon voll. voll ist hier aber ueberhaupt kein problem - platz gibt es immer. (bei einer fahrt mit einem toyota pick up zaehlten wir auf der pritsche 16 personen - fuer kuerzere strecken und mit fahrtwind ein vergnuegen - man spuert seinen nachbarn und geniest den ausblick auf die ueppige natur.)
um 5.50 "sitzen" 68 leute im bus. wir fahren - fahrzeit bis santo domingo 5,5 st.. fuer gepaeck ist hier auch immer platz. es wird am bus draussen und am dach mit schnuerne befestigt, lebende huehner haengen an schnueren vorne am scheibenwischer mit dem kopf nach unten. wir halten nach wenigen minuten - licht, kontrolle durch das militaer. nach einigen diskussionen muessen alle aussteigen es funktioniert und es wird dabei sogar gelacht. man hat gepaeck zwischen den fuessen und am schoss - dies reicht man dem nachbaren befreit dann seine fuesse und bald ist man drausen, es dauert, passkontrolle und bloede fragen. wir steigen ein, es funktionier, jeder findet seinen "platz". merengue, merengue. es geht weiter. sollte es einem deiner vielen nachbarn gelingen seine position um einige cm zu veraendern, so musst du diese chance sofort nuetzen und dich bewegen. viele versuchen ijn ihrer position zu schlafen, die musik stoert hier niemanden denn die begleitet einen dominikaner von der geburt an bis zum tode ununterbrochen. nach einer stunde mit vielen schlagloechern und hopsern, halt mitten in der steppe, licht an, wieder kontrolle durch das militaer. Alle die sehr schwarz sind muessen raus. gepaeck wird hochgehoben, fuesse befreit, es klappt. im ersten ort warten noch 4 personen, sie wollen mit, man schafft platz - schraeg sitzen oberkoerper vor, zurueck, vor, zurueck. dann wird der fahrpreis kassiert. der kassier steht ganz vorne und das geld wird durch viele haende von hinten nach vorne gereicht und das returgeld kommt so zurueck. fahrpreis 6 Euro fuer 6 stunden sardienendose oder schraubstock oder wie auch immer. nach 3 stunden gibt es einen halt und wir wissen, dass es von hier etwas komfortabler weiter geht (allerdings eiskalt im caribe-tours-bus). wir steigen aus und wir schaffen es sogar alle unsere rucksaecke mitzunehmen. wir sind drausen und geniesen die freiheit!
herbert
Donnerstag, 10. Januar 2008
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